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Archiv für die Kategorie ‘Aktionswoche Januar 2010’

Ursula Suhling liest

Ursula Suhling liest vor SchülerInnen der Beruflichen Schule Bad Segeberg

Am Dienstag, den 26.Januar 2010, war Ursula Suhling zu Gast an der Beruflichen Schule des Kreises Segeberg in Bad Segeberg, um dort vor ca. 70 Schülerinnen und Schülern aus den Erinnerungen ihrer Mutter Lucy vorzulesen. Lucy Suhling war aktive Widerständlerin im zweiten Weltkrieg und verbrachte viele Jahre ihres Lebens in Konzentrationslagern. Ihre Tochter Ursula wuchs in diesem Umfeld auf und auch sie weiß noch viel zu berichten.”

“Eine sehr persönliche Veranstaltung, obwohl erfreulicherweise so viele Leute da waren”, resümierte Alexander Wagner, Sprecher des Bündnisses. “Ich bin davon überzeugt, dass durch diese und ähnliche Veranstaltungen das Bewusstsein und die Nähe zum Thema deutlich besser gegeben ist, als lediglich historische Zusammenfassungen in Geschichtsüchern zu lesen.

Jochim Geppert, aktives Mitglied des Bündnisses, organisierte die Veranstaltung und begleitete sie vor Ort als Diskussionsleiter. “Unser großer Dank geht an die Schule und die verantwortlichen LehrerInnen, die es uns möglich gemacht haben, hier zu sein. Denn genau diese Zielgruppe, SchülerInnen, wollen wir vordringlich mit unseren Aktivitäten erreichen”, so Geppert.

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Auf den Spuren der Nazis in Bad Segeberg – ein Stadtrundgang

Am Montag, den 25. Januar 2010, fand sich eine Gruppe von ca. 20 Personen ein, die trotz des eisigen Wetters der Einladung des Bündnisses gefolgt sind, die Stadtführung durch Bad Segeberg auf den Spuren der Zeit von 1933 bis 1945 zu folgen. Frederik Digulla und Alexander Wagner zeigten der Gruppe verschiedene Orte und erklärten ihre Hintergründe in der Zeit des Faschismus. Startpunkt war das Freilichtstadion auf dem Kalkberg, das im Jahre 1937 durch Joseph Goebbels als einziger in Deutschland fertiggestellte Reichs-Thing-Platz mit dem Namen “Nordmarkfeierstätte” eingeweiht wurde. heute dient es für Konzertveranstaltungen und die bekannten Karl-May-Spiele.

Vorbei am Braunen Haus, der ehemaligen NSDAP-Parteizentrale in der Lübecker Straße (heute Wittmack-Haus), zum Standort der ehemaligen Synagoge in Bad Segeberg und über den Marktplatz, der damals den Namen Adolf Hitlers trug und wo auch Bücherverbrennungen stattgefunden haben, zog die Gruppe zur neuen Synagoge im Jean-Labowsky-Weg. Auf ihrem Weg erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer einiges über die jüdische Kultur und das Geschäftstreiben in Bad Segeberg, über die Gleichschaltung von Behörden und Presse in der Kreisstadt und die umstrittene Geschichte des NS-Landrats Waldemar von Mohl, nach dem sogar eine Straße in Bad Segeberg benannt ist.
Die Route fand ihren Zielort mit dem Vorplatz der neuen Synagoge in Bad Segeberg. Dort verbildlichten die Referenten den neuen Aufbruch jüdischen Lebens in Bad Segeberg und den kulturellen Hinzugewinn durch die jüdische Gemeinde.

Die Stadtführung, die bisher schon zwei Mal angeboten wurde, soll im Sommer in ähnlicher Form neu aufgelegt werden.

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Bündnis sammelt Unterschriften für die Lübecker Erklärung

Infostand am 23.01.2010 in der Bad Segeberger Fußgängerzone

Am 23. Januar war das Bündnis mit einem Infostand in der Fußgängerzone in Bad Segeberg vor Ort. Trotz der winterlichen Temperaturen von -6°C haben viele Interessierte die Gelegenheit genutzt, um sich mit Hilfe der zahlreichen Materialien über rechte Gewalt oder das NPD-Verbotsverfahren zu informieren. Gleichzeitig wurden Unterschriften für die “Lübecker Erklärung” anlässlich des alljährlichen Nazi-Aufmarsches in Lübeck gesammelt.

“Wie in den vergangenen Jahren wollen am 27 März 2010 Nazis wieder durch Lübeck marschieren. Als Anlass soll die Bombardierung Lübecks durch die alliierte Luftwaffe im März 1942 herhalten. Das bedeutet, dass Neonazis aus ganz Norddeutschland kommen, um ihre faschistische Gesinnung offen zu zeigen und für ihre menschenverachtenden Ziele zu  werben. Dabei können sie an Denkmuster anknüpfen, die sogar mitten in unserer Gesellschaft verankert sind. Wir tolerieren das nicht.”

Zur Lübecker Erklärung

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“Love music – hate fascism” – Konzertveranstaltung im HaK war ein großer Erfolg

Am Freitag, den 22.Januar 2010, veranstaltete das HaK im Rahmen des immer freitags stattfindenden Café HaK-Abends eine Konzertveranstaltung mit dem Titel “love music – hate fascism” und bereicherte so die Aktionswoche des Bündnisses. Die vier Bands aus Bad Segeberg und Bargteheide heizten ordentlich ein und waren laut gegen Nazis. Ca. 150 Besucherinnen und Besucher kamen zum Konzert und bekamen ein abwechslungsreiches Angebot zu sehen und hören.

“Die Veranstaltung war ein deutliches Zeichen für Demokratie und Toleranz in unserer Stadt und machte unmissverständlich klar, dass wir hier keine faschistischen Ideologien haben wollen. Wir freuen uns, dass es während und im Umfeld des Konzerts keine Probleme gegeben hat”, resümieren die Organisatoren.

“Der Erfahrung und der guten Vorbereitung der HaK’ler ist es zu verdanken, dass die Veranstaltung ein Erfolg wurde – in aller Hinsicht. Sowohl die Auflagen der Stadt wurden eingehalten, die Gäste verhielten sich weitestgehend sehr ruhig auf dem Außengelände und es kam zu keinerlei übergriffen durch Nazis, wie es die Polizei im Vorfeld befürchtete. Ein rundum gelungener Abend”, ergänzt Bündnissprecher Alexander Wagner.

weitere Informationen unter: hak.blogsport.de

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“Mir zeynen do!” – Auftakt der Aktionswoche mit Filmveranstaltung

Am 21.Januar 2010 begann die Aktionswoche des Segeberger

Filmvorführung 21.01.2010

Organisator Michael Rinast leitet die Veranstaltung ein

“Bündnisses für Demokratie und Toleranz – Bündnis gegen Rechts” in der Bad Segeberger Jugenbildungsstätte Mühle mit der Vorführung Ingrid Strobels Film “Mir zeynen do!” zum Widerstand im jüdischen Ghetto in Bialystok in den 40ern. Im Namen des Bündnisses hatten der Arbeitskreis Jüdischer Sozialdemokraten mit der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiterunion eingeladen. Ca 30 Gäste sind der Einladung gefolgt und erlebten einen eindrucksvollen, bewegenden Film.

Der Film macht deutlich, wie groß der Wille zum Widerstand in den Ghettos der 30er und 40er Jahre war. “Wir haben gekämpft und nicht die Tatsachen einfach über uns kommen lassen” fasst Michael Rinast, Organisator der Veranstaltung, seinen Eindruck zusammen. Die inner Kraft zum Widerstand und die kollektive Auflehnung einer Gruppe jüdischer Partisanen in Bialystok steht stellvertretend für all diejenigen, die sich gegen das Nazi-Regime aufgelehnt haben.

“Der Wille zum Widerstand, einhergehend mit der totalen Selbstaufgabe im Sinne der Sache – die gezeigten Frauen waren jederzeit bereit für den Kampf gegen die Nazis ihr Leben zu geben – hat mich besonders bewegt. Ich habe großen Respekt vor dieser Gruppe von Frauen, die jeden Tag wie ihren letzten sahen, jeden Tag ihre wahre Identität verheimlichen mussten”, umreißt Alexander Wagner, Sprecher des Bündnisses, seine Eindrücke zum Film. “Und ich bin froh, dass die Aktionswoche einen so guten Start gemacht hat. Dass trotz des Wetters so viele Leute gekommen sind, zeigt uns, dass es richtig ist, was hier tun”, so Wagner weiter.

Bis zum 27.Januar 2010 finden weitere Veranstaltungen des Bündnisses statt.

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Übersicht Aktionswoche 21. bis 27.Januar 2010

Liebe Freunde und Interessierte,

das Bündnis für Demokratie und Toleranz – Bündnis gegen Rechts veranstaltet eine Aktionswoche mit zahlreichen Veranstaltungen:

Donnerstag, 21. Januar 2010, 19.00 Uhr
„Mir zeynen do“ – der Ghettoaufstand und die PartisanInnen von Bialystok (Filmvorführung)
Ingrid Strobls Dokumentarfilm beschäftigt sich mit dem Ghettoaufstand der jüdischen PartisanInnen von Bialystok im August 1943. Er zeichnet anhand zahlreicher Interviews die Geschichte des jüdischen Widerstands im Ghetto von Bialystok nach.
Der Film wird in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln gezeigt.
Jugendbildungsstätte Mühle, An der Trave 1-3

Freitag, 22. Januar 2010, Einlass 19.00 Uhr
„love music – hate facism“
- 3 Plus (SlowPunk/Alternativ)
- Uriot (Psychedelic/Grunge)
- Pan Tau (Ska)
- Twinkle Company (Psychedelic/Funk/Rap)
Solibeitrag 4 €
Hotel am Kalkberg, Lübecker Str. 85

Samstag, 23. Januar 2010, ab 10.00 Uhr
Infostand in der Fußgängerzone
Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz – Bündnis gegen Rechts“ im Gespräch mit Bad Segeberger Bürgerinnen und Bürgern.

Sonntag, 24. Januar 2010
Radio Bad Segeberg
Antenne 98,8 – Kabel 106,5 – Livestream: www.okluebeck.de
18.00 Uhr: „Die Himmler-Brüder“ – Aufzeichnung einer Lesung der Autorin
19.00 Uhr: „Mit und ohne Hitler“ – Zeitzeuge Pastor Friedrich Gleiss im Interview

Montag, 25.01.2010, 15.00 Uhr
„Auf den Spuren der Nazis in Bad Segeberg“ – alternativer Stadtrundgang
Kaum eine Region in Schleswig-Holstein war so schnell auf NS-Linie wie der Kreis Segeberg. Viele Orte und Gebäude in Bad Segeberg sind stille Zeugen dieser dunklen Zeit. Eine 90-minütige Tour durch die Kreisstadt zeigt Bekanntes und Unbekanntes der Segeberger NS-Vergangenheit.
Treffpunkt: Kalkberg-Stadion (Karl-May-Platz)

Dienstag, 26. Januar 2010, 09.30 – 11.00 Uhr
Zeitzeugengespräch
Ursula Suhling liest aus den Erinnerungen ihrer Mutter Lucie („Der unbekannte Widerstand“). Lucie Suhling (1905 – 1981), KPD-Mitglied, war als antifaschistische Widerstandskämpferin mehrfach im Gefängnis und KZ. Nach ihr ist in Hamburg eine Straße benannt.
Veranstaltungsort: Kreisberufsschule, Pausenhalle (Haus B)
Das Buch „Der unbekannte Widerstand“ und andere antifaschistische Bücher sind in der Buchhandlung „Das Druckwerk“ erhältlich.

Mittwoch, 27.01.2010, 19.00 Uhr
Kirchenkonzert zum Gedenktag
Jährlich organisieren die Stadt Bad Segeberg, die Jüdische Gemeinde und die evangelische Kirchengemeinde gemeinsam am 27.01., dem Internationalen Gedenktag zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, eine Gedenkveranstaltung. In diesem Jahr ist die ev. Kirchengemeinde Gastgeber für ein Gedenkkonzert in der Marienkirche.
Marienkirche Bad Segeberg, Kirchplatz 2a

beigefügt ist der Flyer zur Aktionswoche mit näheren Infos zu den Veranstaltungen.

Flyer zur Aktionswoche 21.-27.01.2010

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