taz (21.07.2010): “Militarismus tritt anders auf”
Ein Interview von MARTIN KAUL
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/militarismus-tritt-anders-auf/
Ein Interview von MARTIN KAUL
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/militarismus-tritt-anders-auf/
Anlässlich der Demonstration von ca. 60 Neonazis am 17.06.2010 in Bargteheide erklärt Alexander Wagner für das Segeberger ‚Bündnis für Demokratie und Toleranz – Bündnis gegen Rechts’:
„Zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg marschierten vor etwa zwei Wochen wieder Nazis durch die Straßen von Bargteheide – angeblich, um gegen linke Gewalt zu demonstrieren. Dieser Vorfall hat gezeigt, dass das Nazi-Problem nicht nur in Kiel oder Lübeck existiert, sondern direkt bei uns vor der Tür. Auch im Kreis Segeberg werden immer wieder Nazi-Aktivitäten registriert, zum Glück jedoch ohne Erfolg für die Rechtsextremen.
Ich bedauere sehr, dass Verwaltung und Polizei die angemeldete Demonstration in Bargteheide geheim gehalten haben. Dies verhinderte, dass am Tag des Aufmarsches den Neonazis von NPD und autonomen Nationalisten eine breite Gegendemonstration den Weg durch unsere Straßen versperren konnte. Jetzt können wir nur noch reagieren. Das Segeberger Bündnis unterstützt seine Freunde vom antirassistischen Bündnis Stormarn bei ihren Vorhaben in den nächsten Wochen und Monaten, auf das Problem mit Neonazis in Bargteheide und im gesamten Kreisgebiet aufmerksam zu machen. Daher rufen wir auch alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis Segeberg auf, sich mit unseren Stormarner Nachbarn zu solidarisieren und am Freitag, den 2.Juli 2010, ab 16 Uhr am Bargteheider Bahnhof gemeinsam mit ihnen gegen Rechtsextremismus und für ein tolerantes, buntes Bargteheide zu demonstrieren. “
In den letzten Monaten tauchten vermehrt faschistische und rassistische Gruppierungen in den Städten und Dörfern im Kreis Stormarn auf. Als Reaktion auf diese beunruhigende Bewegung gründete sich das Antirassistische Bündnis Stormarn (ABS), welches sich aus Parteien, Organisationen und Einzelpersonen zusammensetzt und Augen öffen möchte für die Aktivitäten der neuen Nazis. Wir als Bündnis verurteilen den Aufmarsch von ca. 60 Neonazis in der Bargteheider Innenstadt am Samstag, den 23. Juni. Zum ersten Mal seit Ende des Faschismus konnten ungehindert, von der Stadt gebilligt, Nazis durch Bargteheide marschieren und Kundgebungen abhalten. Wir sehen es als unsere Pflicht an, dafür zu sorgen, diesen Marsch der Nazis nicht gänzlich unbeantwortet zu lassen! Für uns darf sich die deutsche Geschichte nicht wiederholen und Faschismus und Rassismus darf keine Akzeptanz in der Gesellschaft finden! Wir wenden uns gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus. Denn sie sind mit einer toleranten und offenen Gesellschaft nicht vereinbar. Wir wollen ein buntes Bargteheide! Diese Vorstellung wird von den neuen Formen der Nazis in und um Bargteheide zerstört. Nun liegt es an uns, dieser Bewegung entgegenzuwirken.Aus diesem Grund ruft das Antirassistische Bündnis Stormarn zur Teilnahme an einem friedlichen, gewaltfreien Protest am 2. Juli gegen die vergangen Ereignisse auf: Das Nazi-Problem in Stormarn ist nicht mehr zu leugnen! Nun liegt es an uns, den demokratischen Bürgerinnen und Bürger Bargteheides und ganz Stormarns, für das Problem zu sensibilisieren und nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Bunt wollen wir auf die Straße gehen und zeigen, dass wir für ein vielfältiges und tolerantes Bargteheide stehen. Jung und Alt – alle wollen wir gemeinsam am 2. Juli ab 16 Uhr ab Bahnhof durch Bargteheide ziehen und bunt für unser Ziel Präsenz zeigen:
„Bargteheide bleibt bunt – keine Nazis in Stormarn und anderswo!“